Endlich einfach hiersein

07.07.2026

Heute früh, als ich noch halb im Traum war, mich aber schon langsam ins Hier und Jetzt bewegte, war mir zunächst gar nicht klar, dass ich wirklich nicht aufstehen musste, um wieder loszufahren und noch Sachen aus Berlin oder Murnau zu holen. Stattdessen wurde mir bewusst, dass ich nun hier in Vitorchiano bin und langsam meinen Rhythmus finden darf.

Die Sonne blinzelte durch die Ritzen der Jalousie und ich blieb noch einige Augenblicke im Bett liegen. Ich genoss einfach das Gefühl, hier sein zu dürfen.

Als ich dann aufstand und die Jalousien hochzog, saß auch schon die „Katze ohne Namen“ draußen und wartete darauf, dass ich herauskomme und ihr etwas zu fressen gebe.

Draußen war die Luft herrlich frisch und eine leichte, kühle Brise fühlte sich angenehm auf der Haut an. Wie jeden Morgen ist das Umfeld sehr belebt – mit krähenden Hähnen, bellenden Hunden, Arbeitsgeräuschen, Verkehr, Vogelgezwitscher und Glockengeläut. Um 8:00 Uhr wird hier jeden Morgen sogar eine kleine Melodie geläutet.

Ich musste schmunzeln, als ich unser Internet-Empfangsgerät in den Garten stellte (die Dachmontage folgt erst später). Es sah irgendwie ein bisschen surreal aus, wenn man in den wilden Garten schaute und dort plötzlich moderne Technik stehen sah. Aber irgendwie störte sie auch gar nicht.

Ich rufe mir ganz bewusst ins Gedächtnis: Ich bin jetzt hier und muss nirgendwo hin. Ich darf nun meinen Rhythmus finden – genau dort, wo ich schon im letzten Jahr das Gefühl hatte, am richtigen Ort zu sein.

8:00 Uhr. Ich sitze mit meinem Kaffee draußen, die „Katze ohne Namen“ hat es sich auf ihrem Stuhl neben mir bequem gemacht, schnurrt vor sich hin und ich schreibe kurz meine Gedanken nieder, bevor ich in mein Arbeitszimmer gehe und anfange zu arbeiten.

Heute räumen wir im Haus Kisten und Möbel hin und her, denn für morgen sind wir mit einer Entrümpelungsfirma verabredet. Sie holt all das vom Vorbesitzer ab, was wir nicht behalten möchten.

Zwischendurch treffen wir kurz die Nachbarn. Sie haben die „Katze ohne Namen“ nun offiziell zur Adoption freigegeben, da sie nicht mehr zu ihnen zum Fressen kommt, und drücken mir eine Palette Katzenfutter in die Hand, die sie – wenn ich das richtig verstanden habe – bisher immer vom Vorbesitzer bekommen hat.

Also: „Katze ohne Namen“ adoptiert!

Gefressen wird allerdings nur unter Aufsicht, denn der Kater Carotino (rot-weiß) von den Nachbarn hofft natürlich auch, etwas abzubekommen. Deshalb sitzt er inzwischen schon morgens gemeinsam mit der „Katze ohne Namen“ vor dem Fenster. Ich muss beim Füttern immer daneben stehen bleiben, damit Carotino die „Katze ohne Namen“ nicht wegdrängelt.

Ich habe den Nachbarn schließlich versprochen, ihn nicht zu füttern.