Wir haben es die Woche langsam angehen lassen und erst einmal überlegt, wie wir am besten die restlichen Tage nutzen, bis wir uns am Ende der Woche noch einmal auf den Weg nach Berlin machen werden, um einige amtliche Dinge zu regeln, zu arbeiten, liebe wichtige Menschen zu treffen und unsere Berliner Wohnung abzugeben.
Wir haben uns entschieden, als ersten kleinen überschaubaren Schritt, das erste Zimmer zu streichen – auch ein bisschen, um zu testen, wie sich das in Italien so umsetzen lässt: Farbe kaufen und so weiter und wie die Wände im Haus die Farbe annehmen.
Für das nötige Material fuhren wir 10 km in den nächsten größeren Ort, nach Viterbo in einen Baumarkt. Nachdem wir uns mit Hilfe von italienisch Brocken, Händen und Google-Übersetzer verständlich gemacht hatten, wurden wir freundlich bedient und unsere Farbe wurde wie gewünscht gemischt.


In der einen Nacht wurden wir von einem Feuerwerk geweckt. Den Anlass dafür haben wir nicht herausbekommen. Es war klein und schön anzusehen, und wir konnten das Feuerwerk genau aus dem Fenster unseres Hauses beobachten. Es fand auf der gegenüberliegenden Seite des Tals statt, das zwischen unserem Haus und dem Ortskern liegt. Leider kann ich kein Foto dazu einstellen, da ich nicht schnell genug mein Handy zur Hand hatte.

Sonntags haben in Italien die Geschäfte geöffnet und wir konnten noch einmal in den Baumarkt fahren um eine Motorsense kaufen. Eigentlich lehne ich diese Geräte ab, aber alle Gräser mit Grannen mussten gekappt werden, es war kein Durchkommen mehr und sie bohren sich vorzugsweise durch die Bekleidung in die Haut, wenn man durch das hohe Gras läuft oder man tritt sie sich in die Fußsohle ein. Deshalb haben wir begehbare Pfade zu den einzelnen Oliven- und Obstbäumen gesenst. Dabei haben wir nur die trockenen Gräser abgemäht und den Rest – bestehend aus Blumen und grüner Wiese – stehen lassen.


Zwischendurch führten wir an dem einen oder anderen Tag immer wieder ein herzliches „Gespräch“ oder eher einen Kommunikationsversuch mit den super netten Nachbarn, was von vielen freundlichen Gesten, Lächeln und noch mehr Umarmungen begleitet wurde und viel noch nicht verstandenem Italienisch.
An einem Abend spazierten wir zu einer Aussichtsplattform (Strada Provinciale 23 della Vezza, 01030 Vitorchiano VT), von der man eine atemberaubende Aussicht auf die Altstadt hat. An diesem Abend wurde die Altstadt in den Farben der italienischen Flagge beleuchtet – eines der feierlichen Spektakel in Vitorchiano zum „Festa della Repubblica“, der Erinnerung an die Volksabstimmung zur Abschaffung der Monarchie und Einführung der Republik im Jahr 1946.

Auf dem Rückweg schlenderten wir noch durch die Altstadt von Vitorchiano und ließen uns von dem magischen Eindruck berühren, der sich uns bot. Die Atmosphäre ist geprägt von lachenden Menschen, belebten Gesprächen (Pizzaria La Grotticella im Ortskern der Altstadt).

Bevor wir uns nun wieder auf den Weg nach Berlin machen, kehrten wir noch einmal in der Osteria Pensavo Peggio ein und haben dort erneut hervorragend gegessen. Und nein, ich bekomme keine Provision – es ist einfach super lecker.


