Der Weg nach Vitorchiano

Die letzten Tage waren so ereignisreich, dass ich erst jetzt dazu komme, die Geschehnisse der vergangenen Woche aufzuschreiben.

Montag

Eine Woche voller Aufregung, Freude und vieler Emotionen neigt sich heute dem Ende zu.

Am Montag kam pünktlich um 8:00 Uhr früh der Umzugswagen in der Titiseestraße an. Das Umzugsteam räumte, folierte, rückte, schleppte und beförderte den ersten Teil unseres Hab und Guts in einen kleinen LKW mit Hänger. Zwei kleine LKW hatten wir bewusst abgesprochen, da am Haus in Italien die Zufahrt für einen großen LKW nicht möglich ist.

Im Anschluss wurde der zweite LKW an weiteren Adressen beladen. Alle packten mit an, und alles wurde ohne Zeitverzögerung verladen.

Wir fuhren zurück in die Wohnung und beluden nun unser eigenes Auto mit den Dingen, die wir für die nächsten zwei bis drei Tage benötigen würden, sowie mit meinen Pflanzen.

Gegen Nachmittag verließen wir Berlin. Mein Gefühl war eine Mischung aus Vorfreude auf Italien, Erleichterung darüber, dass nun alles verladen war, und der Erschöpfung, die eintritt, wenn man stundenlang unter Anspannung steht.

Die nächste Etappe war nun Murnau am Staffelsee, wo wir bei lieben Verwandten übernachteten, um fit für die Weiterreise am nächsten Tag zu sein.

Dienstag

Wir warten in Murnau auf einen der LKW, um noch einige Möbelstücke aufzuladen. Der LKW kam am Nachmittag an. Da für die nächsten 780 Kilometer der Abreisetermin zu spät gewesen wäre, übernachteten wir noch einmal in Murnau.

Mittwoch

Voller Vorfreude fuhren wir Italien entgegen.

Stau blieb nicht aus – nach dem Brenner und später noch einmal nach Florenz.

Endlich sind wir um 18:00 Uhr in Vitorchiano angekommen. Wir wurden von den Nachbarn begrüßt, geherzt und gedrückt. Nicht wirklich viele der lieben Worte haben wir verstanden, aber oft sind Gesten und Mimik einfach viel bedeutender.

Für unser Abendessen liefen wir von unserem Haus zum ca. 900 m entfernten mittelalterlichen Dorfkern von Vitorchiano und ließen bei einem wunderbaren Essen in der Osteria Pensavo Peggio den Tag ausklingen.

Wieder in unserem neuen Haus angekommen, fielen wir erschöpft ins Bett. Die Nacht war still.

Donnerstag

Morgens kamen die LKW an. Mit dem Hänger konnte der Fahrer die Grundstücksauffahrt nicht hochfahren, da er nicht um die Ecke kam. Die Umzugsfirma koppelte unten auf der breiten Straße den Hänger ab und entlud zunächst den ersten LKW. Anschließend wurde die Ladung vom Hänger in den LKW umgeladen und danach alles ins Haus gebracht.

Das Ganze wiederholte sich anschließend auch mit dem zweiten LKW und Hänger.

Mittags war dann alles im Haus, die Umzugsfirma hatte sich wieder auf dem Rückweg gemacht und wir saßen mitten im Kisten- und Möbelchaos.

Erschöpft, glücklich und hungrig.

Nach einer Stärkung gingen wir alle Kisten durch, um sicherzugehen, dass auch wirklich alles angekommen war. Auf dem Weg von Berlin nach Vitorchiano hatte die Umzugsfirma in Parma noch eine Beiladung zu entladen. Dafür mussten Teile unserer Ladung zwischenzeitlich aus dem LKW ausgeladen und anschließend wieder eingeladen werden. Deshalb wollten wir lieber nachprüfen, ob alle Kisten und Möbelstücke den Weg nach Italien vollständig mitgemacht hatten.

Erleichtert stellten wir fest, dass alles da war.

Nun atmeten wir erst einmal durch, entspannten ein wenig und fielen nach dem Abendbrot ins Bett.

Freitag

Die Sonne steht am Himmel, ein laues Lüftchen weht, und die Vögel piepen und zwitschern.

Ich trete auf die Terrasse und genieße die Aussicht auf Vitorchiano.

Jetzt ist er da – der erste Morgen, an dem ich ausgeschlafen habe und diesen Augenblick einfach genießen kann.

In den vergangenen Tagen ging alles so schnell: organisieren, planen, packen, fahren, ankommen und wieder organisieren. Nun kehrt langsam Ruhe ein.

Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.